Deutsch / English below
Während wir heute Abend sprechen, ist es wichtig, diese Definition von Kana’us im Kopf zu behalten, die uns die Mesilas Jescharim lehrt: Ein Kana’i ist jemand, dem es weh tut, etwas zu sehen, das dem Willen HaShems widerspricht, und der deshalb mit Eifer und Begeisterung handelt, um die Ehre HaShems zu verteidigen. Er erhebt seine Stimme, um sich den Feinden der Torah entgegenzustellen und gegen alle Fälscher zu kämpfen.
Und das ist es, was uns die Torah hier über Yosef Hatzadik sagt. Es ist nicht das, was Sie im Kindergarten gelernt haben; Yosef war nicht nur ein kleiner Junge, der seine Brüder verleumdet hat. Er war ein Oheiv HaShem, und jemand, der HaShem liebt, wird für Seinen Willen eintreten, egal was passiert.
Wenn man HaShem wirklich liebt, dann kann man niemanden tolerieren, der ein Feind von HaShem ist. Nicht nur, dass man die Atheisten nicht tolerieren kann – das ist sicher -, sondern man kann keinen Verstoß gegen die Worte HaShems tolerieren. Sie können es nicht ertragen, dass Menschen etwas Falsches tun, weil der, den Sie am meisten lieben, Hakodosh Boruch Hu, es nicht will.
Yosef bringt sich selbst in Schwierigkeiten
Wenn wir also die Geschichte von Yosef studieren, verstehen wir, dass es sich nicht nur um die Geschichte eines unvorsichtigen Jungen handelt – es ist der Fall eines Kana’i, eines jungen Mannes, der so sehr in HaShem verliebt war, dass er bereit war, sein Leben für die Wahrheit zu riskieren. Denn man versteht sofort, dass Yosefs Eifer ihm keine Gunst bei seinen Brüdern einbrachte. Er machte sich selbst eine Menge Ärger, als er diese Dinge tat, und er wusste sehr wohl, dass dies gefährliche Folgen haben würde. Wir sehen sogar, dass er dadurch fast sein Leben verloren hätte; die Brüder wollten ihn deshalb loswerden. וְעַתָּה לְכוּ וְנַהַרְגֵהוּ וְנַשְׁלִכֵהוּ בְּאַחַד הַבֹּרוֹת – «Lasst uns ihn töten», sagten die Brüder, «und seinen Leichnam in eine der Gruben in der Wüste werfen» (ibid. 37:20).
Glauben Sie nicht, dass die Shewatim keine tugendhaften Menschen waren. Die Brüder waren gute Jungen, sehr gute Jungen. Aber wenn sie einen jungen Mann sahen, besonders einen jüngeren Bruder, der so dreist war, ihrem Vater Fehler zu melden, hielten sie ihn für einen Unruhestifter, einen Emporkömmling, der versuchte, sich auf ihre Kosten bei seinem Vater beliebt zu machen. Wer weiß, was eines Tages passieren wird? Ehe man sich versieht, wird er davon träumen, dass er der Chef über uns ist, dass wir uns vor ihm verneigen werden. Er ist gefährlich und muss aufgehalten werden.
Trotzdem hielt sich Yosef nicht zurück und fuhr fort, דִּבָּתָם רָעָה אֶל אֲבִיהֶם zu bringen. Er tat, was ihm sein Gewissen befahl – denn er war voller Eifer, und wenn etwas in seinen Augen falsch war, ging er hin und sagte es seinem Vater. Das war Kana’us!
And so, as we speak tonight it’s important to keep in mind this definition of kana’us that the Mesilas Yesharim teaches us: A kana’i is somebody whom it hurts to see anything that contradicts the will of Hashem and he therefore acts with zeal and enthusiasm to defend the honor of Hashem. He speaks up to oppose the enemies of the Torah and to fight back against all the falsifiers.
And that’s what the Torah is telling us here about Yosef Hatzadik. It’s not what you learned in the cheder; Yosef wasn’t just a little boy who was slandering his brothers. He was an oheiv Hashem, and someone who loves Hashem will stand up for His will no matter what.
If you truly love Hashem then you just can’t tolerate anybody who is an enemy of Hashem. Not only that you can’t tolerate the atheists; that’s certain – but you can’t tolerate any infraction of the words of Hashem. You can’t stand people doing what’s wrong because the one you love most, Hakodosh Boruch Hu, doesn’t want it.
Yosef Gets Himself in Trouble
And so when we study the story of Yosef, we understand that it’s not just a saga of a careless boy – it’s a case of a kana’i, a young man so in love with Hashem that he was willing to risk his life for the truth. Because you understand right away that Yosef’s zeal did not gain him any favor with his brothers. He was making a lot of trouble for himself when he did these things and he understood very well there were going to be some dangerous results. Actually, we see that he almost lost his life as a result; the brothers wanted to get rid of him because of that. וְעַתָּה לְכוּ וְנַהַרְגֵהוּ וְנַשְׁלִכֵהוּ בְּאַחַד הַבֹּרוֹת – “Let’s kill him,” said the brothers, “and throw his body into one of the pits in the wilderness” (ibid. 37:20).
Now, don’t think the shevatim weren’t people of great virtue. The brothers were good boys, very good boys. But when they saw a young man, especially a younger brother, who was so bold as to report faults to their father, they considered him a troublemaker, an upstart who was trying to gain favor with his father at their expense. Who knows what will happen someday? Before you know it, he’ll be dreaming that he’s the boss over us, that we’ll be bowing down to him. He’s dangerous and has to be stopped.
Nevertheless, Yosef didn’t hold back and he continued to bring דִּבָּתָם רָעָה אֶל אֲבִיהֶם. He did what was commanded by his conscience – because he was full of zeal and so if something was wrong in his eyes, he went and told his father. That was kana’us!

Auszug von / Exerpt from
Parasha Vayeshev von / by Rav Avigdor Miller ZT»L,
Mit freundlicher Genehmigung / with kind permission from Toras Avigdor:

